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Geschichte des Fußballs
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Geschichte des Fußballs
Es gibt unterschiedliche Überlieferungen über die Anfänge des
Fußballspieles. Schon etwa im zweiten Jahrtausend v. Chr. wurde in
China
ein fußballähnliches Spiel, namens Ts’uh-küh, ausgetragen. Von den
damaligen Fußballregeln dieses Spieles ist nichts bekannt. Jedoch gilt
es als sicher, dass dieses Spiel als militärisches Ausbildungsprogramm,
zum Training der Soldaten durchgeführt wurde. Im Laufe der
Zhou-Dynastie breitete sich das Sportspiel auch im
Volke
aus und man versucht mit strengeren Regeln Gewalt und Rauhigkeit zu
verhindern. Der Ball war aus Lederstücken zusammengenäht und mit Federn
und Tierhaaren ausgestopft. Das Fußballspiel wurde in der
Qin bis zur
Sui-Dynastie
immer beliebter. Zwischen dem Jahre 220 bis 680 wurde ein luftgefüllter
Ball erfunden und Fußballregeln (Tore, Torhüter und Spielführer)
festgehalten. Etwa 100 Jahre später geriet das Spiel wieder völlig in
Vergessenheit.
Auch aus dem Kulturkreis des antiken
Griechenland sind Abbildungen von Ballspielen auf Reliefs und Vasen erhalten, vornehmlich aus
Sparta, wo die Körperertüchtigung einen hohen Stellenwert hatte. Bei den
Mayas und
Azteken in
Mittelamerika gab es ein kultisches Steißballspiel, das in mancher Hinsicht mit dem Fußball verglichen werden kann.
Im Mittelalter wurde in England Fußball gespielt, indem zwei Dörfer
versuchten, einen Ball in das gegnerische Stadttor zu befördern. Dabei
war alles erlaubt, schlimme Verletzungen kamen häufig vor. Das
„Spielfeld“ lag immer zwischen zwei Dörfern, selbst wenn diese mehrere
Kilometer auseinander lagen. Auch wenn
England als das Mutterland des Fußballs gilt, gab es auch schon in
Frankreich und
Italien mit dem Treibballspiel verwandte Kampfspiele. Seit dem
15. Jahrhundert wird in
Florenz das "Calcio Storico" praktiziert, eine Art Fußballspiel, bei dem es recht rüde zugehen kann.
1846 verfassten Studenten der
Universität Cambridge
die ersten Fußballregeln. Danach bestand eine Mannschaft aus 15 bis 20
Spielern. 1857 wurde der erste Fußballklub der Welt, der
Sheffield Wednesday F.C. gegründet. England gilt vor allem heute als Mutterland des Fußballs, weil 1863 in London die
Football Association (FA) gegründet wurde und vor allem das umfangreiche Regelwerk die Entwicklung des gesamten Fußballs förderte. 1866 wurde die
Abseitsregel modifiziert: Ein Spieler ist nur dann abseits, wenn er bei der Ballannahme weniger als drei Gegner vor sich hat. Im Sheffield Code
wurden Eckball und Freistoß eingeführt. 1870 begrenzte die FA
beschränkt die Zahl der Spieler auf elf. Ein Jahr später verbot der
englische Fußballverband allen Feldspielern das Handspiel, nur der
Torwart durfte noch den Ball in der eigenen Hälfte mit der Hand
spielen; hatte ihn aber nach zwei Schritten wieder freizugeben. Damit
wurde erstmals das Fußballspiel vom damals weit verbreiteten
Rugby Football abgegrenzt.
Mit diesen Festlegungen und der Umsetzung gebürt den Engländern der Ruhm, das heutige Fußballspiel erfunden zu haben.
1872 wurde eine einheitliche Ballgröße von der englischen Association festgelegt und das erstes offizielles Länderspiel in
Glasgow zwischen
Schottland und England ausgetragen (Endstand 0:0). Zwei Jahre später wurde der
Fußballschiedsrichter erfunden, der das Spiel als Unparteiischer leitete. Dr. phil.
Konrad Koch, Lehrer in
Braunschweig,
gibt im Jahre 1874 die ersten deutschsprachigen Fußballregeln heraus.
In den folgenden Jahren wurden die Regeln konkretisiert und erweitert:
Die Querlattenunterkante in 2,44 m Höhe wurde als obere Begrenzung des
Tors festgelegt und eine Halbzeitpause mit Seitenwechsel eingeführt
(1875). Der Schiedsrichter durfte ein Platzverweis erteilen (1877) und
der Freistoß wurde als Strafe für ein Vergehen definiert (1880). Damit
der Schiedsrichter sich besser gegen die Spieler durchsetzen konnte
wurde 1878 in
Nottingham eine
Trillerpfeife
vom Schiedsrichter verwendet. Ab 1888 war der Einwurf mit beiden Hände
erlaubt. Im Jahr darauf erhält der Schiedsrichter alleinige
Entscheidungsbefugnis und zur Unterstützung zwei Linienrichter
(Schiedsrichter-Assistenten). Das Tornetz (1890), der Strafstoß (1891),
die Abstufung des Strafkataloges für ein vorsätzliches und
absichtliches Foulspiel (1897) sowie die Verlängerung (1897) wurden
noch vor der Jahrhundertwende ins Regelwerk übernommen.
1878 fand das erste Spiel bei elektrischer Beleuchtung (durch sog.
Flutlichter) in
Sheffield auf dem Bramall-Lane-Platz statt.
Ein Jahr später wurde die erste Profiliga in England (erster Meister war
Preston North End) gegründet. 1899 wird in England der bezahlte Vereinswechsel erlaubt, vorerst zu einem Höchstbetrag von 10 Pfund.
In Deutschland steckte der Fuball zu dieser Zeit noch in den
Kinderschuhen. Der Fuball musste in Deutschland viel lnger als in
Mutterland England um seine gesellschaftliche Anerkennung ringen, denn
bis ins 20. Jahrhundert war deutsche Leibesertchtigung und \u2013erziehung
gleichbedeutend mit dem seit der Reichsgrndung im Jahre 1871 in Schule
und Militr fest verankerten Turnen. Der Vater der deutschen
Turnbewegung,
Friedrich Ludwig Jahn,
hatte dieses System als Reaktion auf die franzsische Fremdherrschaft
1810 geschaffen, um die deutsche Jugend auf den Befreiungsschlag
krperlich vorzubereiten. Der aus England importierte Fuball war im
Kaiserreich
eine neue Form der Krperkultur. Die Sportler und Sportfunktionre
verfolgten mit der Ausbung ihrer Sportarten indes keinerlei politische
Ziele, sondern sie stellte sich ihnen als Freizeitgestaltung dar. Der
englische \u201eSport\u201c wurde in den Anfangsjahren vor allem von britischen
Unternehmern, Studenten, Technikern, Geschftsleuten und
Botschaftsangehrien ausgebt zudem zum Teil auch von Einheimischen,
die das Fuballspiel in England - beispielsweise durch ihr
Auslandsstudium - kennengelernt hatten. Der Fuballsport wurde
vorwiegend von den Besserverdienenden bevorzugt. Arbeiter hatten kaum
die finanziellen Mittel fr die hohen Anschaffungskosten der
Ausrstung. Dagegen waren Angestellte offener fr Neues und zudem waren
30 bis 40 Prozent von ihnen bereit, einen groen Teil ihres Einkommens
fr Freizeitbeschftigungen auszugeben. Imitation von studentischen
Verbindungskulturen wie Vereinsnamen \u201eBorussia\u201c, \u201eAlemannia\u201c und
Attribute brgerlicher Respektabilitt: Orden, Medaillen, Titel wie
\u201eMeister\u201c, den es im Berufsleben der Angestellten nicht gab, waren fr
das frhe Fuballspiel in Deutschland prgend. 1893 fand die Grndung
des
Arbeiter-Turnerbundes
(ATB) statt. Drei Jahre spter wird in den \u201cJenaer Regeln\u201d festgelegt,
dass in Deutschland die Spielfelder frei von Bumen und Struchern sein
mssen. Der Fuball bekommt durch die Grndung des
Deutschen Fuball-Bundes (DFB) 1900 einen bergeordneten Verband. Im selben Jahr wird der Fuball
olympisch.
Ab 1908 entdeckte auch das Militr den Fuball als erzieherische Manahme, um Soldaten zusammen zu schweien. Es entstanden Militrmannschaften aus Infanterie, Matrosen u. a. Militarismus im Fuball: Sichtweise der Fuballmatches als \u201eKriegszustand\u201c oder Schlachten geprgt durch den Militarismus, der in Deutschland herrschte. Angriff, Abwehr, Flanke, Deckung und Parade sind Worte, die direkt aus dem Militrischen stammen. Der ideale Fuballer entsprach dem Bild des modernen Soldaten, er war pflichtbewusst, treu und selbststndig. Der Grund fr den Einsatz des Fuballes im Militr waren Teamgeist, Wettkampf, Training sowie die moderne Pdagogik.
Am 21. Mai 1904 wurde ein Weltverband, die
Fdration Internationale de Football Association (FIFA) in Paris gegrndet, die Lnderspiele organisieren und die internationalen Fuballregeln aufstellen sollte. Die
FIFA
definiert den Begriff \u201cgefhrliches Spiel\u201d, fhrt den direkten Freisto
ein und hebt die Bestimmung auf, wonach die Hosen der Spieler die Knie
bedecken mssen. Weitere neue Regeln des Weltfuballverbandes verbaten
dem Torwart, beim Elfmeter die Torlinie zu verlassen, er durfte sich
aber bewegen, um den Schtzen zu irritieren. Ferner werden
Metalleinlagen in den Fuballschuhen untersagt, der Ball muss aus Leder
sein und die Schiedsrichter wurden angehalten, ein Spielprotokoll
anzufertigen.
1907 wurde das Abseits in der eigenen Spielhlfte aufgehoben. Zwei Jahre spter wurden Bestimmungen zum Platzverweis festgelegt.
1913 fhrte die FIFA den sogenannten gebhrenden Abstand (10 Yards in etwa 9,15 Meter) zwischen Schtze und Gegenspielern beim Freisto ein.
1920 wurde Abseits beim Einwurf aufgehoben. Seit
1924 darf der Eckball direkt in ein Tor verwandelt werden.
1927 wurde mit dem
Mitropacup der erste bedeutende internationale Bewerb fr Klubmannschaften in Europa eingefhrt.
Im Jahre
1930 wurde von der FIFA die
erste FIFA-Weltmeisterschaft
in Uruguay (Weltmeister: Uruguay) ausgerichtet. 13 Mannschaften nahmen
an der WM teil, die deutsche Mannschaft verzichtete jedoch aus
Kostengrnden auf die Reise nach Sdamerika. Der europische
Fuballverband
UEFA wurde
1954 in
Basel in der
Schweiz gegrndet. Die UEFA richtete bereits
1955/56 den ersten
Europapokal der Landesmeister aus und richtet seit
1960 den Wettbewerb Europapokal der Nationen aus, der acht Jahre spter in
Europameisterschaft umbenannt wurde.
Das Fuballspiel wurde in den kommenden Jahren immer populrer. Die Massenmedien und die Entwicklung des
Fernsehens steigerten das weltweite Interesse am Fuball. Bei der
Fuball-Weltmeisterschaft 2002
waren 198 Lnder-Nationalmannschaften gemeldet. Im Weltfuballverband
FIFA sind mit 215 Nationen mehr Lnder vertreten als in den
Vereinten Nationen (191).
1992 wird der Europapokal der Landesmeister durch die
UEFA Champions League ersetzt. Am
15. Dezember
1995 spter erschttert ein Gerichtsurteil die gngige Ablsepraxis im Fuball. Der
Europische Gerichtshof entscheidet auf Klage von
Jean-Marc Bosman, dass Fuballer normale Arbeitnehmer sind ("Bosman-Urteil"). Das bewirkte hauptschlich, dass fr Fuballer nur noch
Ablse verlangt werden kann, wenn sie einen laufenden Vertrag haben.
2004 feiert der Weltfuballverband FIFA sein 100 jhriges Jubilum. Im gleichen Jahr wird der
Weltpokal zum letzen Mal ausgetragen (Sieger 2004
FC Porto)
2005 ersetzt die
Club-Weltmeisterschaft den
Weltpokal.
Schon bei der
Fuball-Weltmeisterschaft 2006 plant man eine revolutionre technische Neuheit, die
FIFA die Einfhrung eines
Mikrochips im
Ball, mit dem ber Funk erkannt werden kann, ob der Ball die Torlinie berschritten hat oder nicht. Der
Fuball-Schiedsrichter
erhlt zeitnah ein Signal, wenn der Ball die Torlinie berschritten
wird. Ein vierter Schiedsrichter oder eine langwierige
Spielunterbrechung ist nicht ntig. Die Torlinientechnologie wird von
der FIFA bei der U-17-Weltmeisterschaft in
Peru getestet.
- 1846: Studenten der Universität Cambridge verfassten die ersten Fußballregeln. Danach bestand eine Mannschaft aus 15 bis 20 Spielern.
- 1864: Vorschriften zur Spielkleidung - Hosen müssen die Knie bedecken und die Mützen mit Quasten versehen sein.
- 1865: Begrenzung der Tore mit einer Schnur in Höhe von 2,44 m
- 1866: Erste Modifizierung der
Abseitsregel:
Ein Spieler ist nur dann abseits, wenn er bei der Ballannahme weniger
als drei Gegner vor sich hat. Im “Sheffield Code” werden Eckball und
Freistoß eingeführt. - 1870: Die FA beschränkt die Zahl der Spieler auf elf.
- 1871: Die FA verbietet allen Feldspielern das Handspiel, nur der Torwart darf den Ball in der eigenen Hälfte mit der Hand spielen, hat ihn aber nach zwei Schritten wieder freizugeben.
- 1872: Festlegung einer einheitlichen Ballgröße. Erstes offizielles Länderspiel findet in Glasgow zwischen Schottland und England statt (Endstand 0:0).
- 1874: Fußballschiedsrichter leiten das Spiel. Dr. phil. Konrad Koch, Lehrer in Braunschweig, gibt die ersten deutschsprachigen Fußball-Regeln heraus.
- 1875: Querlattenunterkante in 2,44 m Höhe als obere Begrenzung des Tors. Einführung von Halbzeitpause und Seitenwechsel.
- 1877: Schiedsrichter darf Platzverweis erteilen.
- 1880: Der Freistoß wird als “Strafe” definiert.
- 1882: Einwurf mit beiden Händen wird erlaubt.
- 1889: Der Schiedsrichter erhält alleinige Entscheidungsbefugnis und zur Unterstützung zwei Linienrichter.
- 1890: Einführung der Tornetze
- 1891: Einführung des Strafstoßes
- 1896: In den “Jenaer Regeln” wird festgelegt, dass in Deutschland die Spielfelder frei von Bäumen und Sträuchern sein müssen.
- 1897: Einführung der Begriffe “vorsätzlich” und “absichtlich” zur Abstufung des Strafkataloges für Foulspiel.
- 1897: Einführung der Verlängerung in Irland.
- 1899: Der bezahlte Vereinswechsel wird erlaubt. Der Höchstertrag ist vorerst 10 Pfund.
- 1902: Aus dem Strafraumhalbkreis wird ein Rechteck.
- 1903: Dem Torwart wird das Handspiel nur noch im eigenen Strafraum gestattet.
- 1904: Die
FIFA definiert den
Begriff “gefährliches Spiel”, führt den direkten Freistoß ein und hebt
die Bestimmung auf, wonach die Hosen der Spieler die Knie bedecken
müssen. - 1906: Neue Regeln verbieten dem Torwart, beim Elfmeter die Torlinie zu verlassen, er darf sich aber bewegen, um den Schützen zu irritieren. Ferner werden Metalleinlagen in den Fußballschuhen untersagt, der Ball muss aus Leder sein und die Schiedsrichter sind gehalten, ein Spielprotokoll anzufertigen.
1907: Das Abseits in der eigenen Spielhälfte wird aufgehoben.
1909: Bestimmungen zum Platzverweis werden festgelegt.
1913: Der “gebührende Abstand” zwischen Schütze und Gegenspielern beim Freistoß wird auf 10 Yards = 9,15 Meter festgelegt.
1920: Abseits beim Einwurf wird aufgehoben.
1924: Der Eckball darf direkt in ein Tor verwandelt werden.
1925: Änderung der
Abseitsregel - im Augenblick seiner Ballabgabe müssen sich zwischen dem
Spieler und dem Tor mindestens zwei Gegenspieler aufhalten.
1929: Regeländerung beim
Elfmeter - der Torwart darf sich bis zum Schuss auf der Torlinie nicht
mehr bewegen. In den aktuellen (2005) Regeln des DFB befindet sich
diese Einschränkung nicht mehr.
1939: Offizielle Einführung der Rückennummern.
1965: In der englischen Liga wird die Auswechslung eines verletzten Spielers während der gesamten Spielzeit gestattet.
1966: Die englische Liga
führt ein neues Auswechsel-System ein. Unabhängig von Verletzungen
dürfen zwei Spieler während des gesamten Spiels ausgewechselt werden.
Diese Regel gilt bald weltweit.
1970: Einführung der gelben
und roten Karten, Einwechslung von zwei Ersatzspielern bei der WM
erlaubt, Einführung des Elfmeterschießens nach Verlängerung
1974: Automatische Sperre nach 3 gelben Karten im Pokal oder in der Liga
1983: Rote Karte für die “
Notbremse”
1984: Gelbe Karte für “überschwenglichen Jubel”
1990: “Gleiche Höhe” ist nicht mehr abseits
1991: Einführung der gelb-roten Karte als abgestufter Platzverweis
1992: Der Rückpass zum Torhüter wird eingeschränkt, indem dieser den Ball nicht mehr mit der Hand aufnehmen darf.
1993: Verbot der “Grätsche von hinten” (so genannte Blutgrätsche)
1995: Einwechslung von drei Ersatzspielern wird erlaubt
1996: “
Golden Goal” wird erstmals bei der EM eingeführt.
1998: Ein Foul von hinten ist ab sofort vom Schiedsrichter mit Platzverweis zu ahnden.
2002: “Golden Goal” wird nach der WM wieder abgeschafft.
2002: Die UEFA führt die “
Silver Goal“-Regelung ein.
2004: Die “
Silver Goal“-Regelung wird wieder abgeschafft. Nach der Europameisterschaft 2004 wird wieder zum Ausgangspunkt von vor 1994 zurückgekehrt.
